Neue Ausgabe der DIN EN ISO 6892-1 - Metall Zugversuch bei Raumtemperatur

Im Februar 2017 ist die zweite Ausgabe der Norm DIN EN ISO 6892-1 für den Metallzugversuch als nationale Norm veröffentlicht worden. Die nationale Norm ist die Übersetzung der zweiten Ausgabe der internationalen ISO 6892-1, die bereits in 2016 veröffentlicht werden konnte. Die neue Ausgabe ersetzt mit sofortiger Wirkung die Ausgabe von 2009. Eine Änderung für die anwendenden Labore und Prüfinstitutionen bedeutet diese Normenaktualisierung zunächst nicht. Im Kern – also im normativen Teil der Norm – gibt es keine Änderungen für den Metallzugversuch und den Prüfprozess insgesamt. Die hauptsächlichen Neuerungen bestehen in einem neuen normativen Anhang, der die Bestimmung des Elastizitätsmoduls im Zugversuch festlegt (Anhang G), und verbesserten Beschreibungen zur Einstellung normgerechter Prüfgeschwindigkeiten nach den Verfahren A und B. Zwick erfüllt die neue Ausgabe der Norm DIN EN ISO 6892-1 mit seinem Produktportfolio ohne technische Änderungen. Für bestehende Anwendungen ergeben sich keine notwendigen technischen Änderungen.
Testing metals with Zwick

Was hat sich geändert?

Die erste Ausgabe der DIN EN ISO 6892-1 von 2009 hatte der bestehenden Möglichkeit zur Einstellung der Prüfgeschwindigkeit eine neue Möglichkeit hinzugefügt: Die neue Möglichkeit besteht in der dehngeschwindigkeitsbasierten Einstellung der Prüfgeschwindigkeit und der Möglichkeit, auch das Extensometersignal – also die tatsächliche Dehnung der Probe – für die Regelung der Prüfgeschwindigkeit zu nutzen. Die Methode wurde als Dehngeschwindigkeitsregelung bezeichnet und mit Verfahren A benannt. Die bis dahin ausschließlich genormte und genutzte – und auch weiterhin erlaubte – Methode wurde als spannungsgeschwindigkeitsbasierte Methode (Verfahren B) bezeichnet und in ihrer Anwendung und Anwendbarkeit nicht geändert.

Die zweite Ausgabe der DIN EN ISO 6892-1 von 2017 verbessert die Beschreibungen und damit die Verständlichkeit von Verfahren A als auch die von Verfahren B. Für Verfahren A wird noch einmal hervorgehoben, dass es darauf ankommt, an den Kenngrößen aus dem Zugversuche insbesondere für Streck- und Dehngrenzen die Dehngeschwindigkeit (oder Dehnrate) in den normativ vorgegebenen Toleranzgrenzen zu halten. Dies kann sowohl mit dem Extensometersignal in einem geschlossenen Regelkreis realisiert werden („closed loop“) als auch mit einer konstanter Traversengeschwindigkeit, die so gewählt wird, dass die normativ vorgegebene Toleranzgrenze an den Kenngrößen erreicht und eingehalten wird („open loop“). Zur besseren Verständlichkeit und zur eindeutigen Benennung der zwei Regelarten bei Verfahren A wird in der neuen Ausgabe die „cloosed loop“ Methode mit Verfahren A1 und die „open loop“ Methode mit Verfahren A2 benannt.

Klare Empfehlung für Verfahren A

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Verfahren A wird klar empfohlen

Darüber hinaus wird in der zweiten Ausgabe der DIN EN ISO 6892-1 das Verfahren A – Prüfgeschwindigkeit basierend auf Dehngeschwindigkeit – dringend empfohlen. Diese dringende Empfehlung wird nun in der Einleitung – also im Hauptteil der Norm – ausgesprochen. Mit Verfahren A ist beabsichtigt, Unterschiede in den Prüfgeschwindigkeiten in den Bereichen der Kennwertbestimmung, insbesondere bei dehngeschwindigkeitsabhängigen Kennwerten, zu minimieren und die Messunsicherheit der Prüfergebnisse zu minimieren, so die zweite Ausgabe der Norm.

Die zweite Ausgabe der DIN EN ISO 6892-1 wird ergänzt durch einen neuen Anhang G, in dem detailliert die Vorgehensweise bei einer Bestimmung des Elastizitätsmoduls im Zugversuch festgelegt wird. Der Angang ist normativ, muss aber nicht im normalen Zugversuch zur Anwendung gebracht werden. Die Bestimmung der Anfangssteigung des Spannung-Dehnung Diagramms mE reicht für die Bestimmung der Kenngrößen aus dem Zugversuch völlig aus. Damit ergibt sich für die Umsetzung der neuen Ausgabe der Norm DIN EN ISO 6892-1 in die Prüfpraxis keine Änderung für die Prüflabore und Prüfinstitutionen. Bei Anwendung des Anhangs G wird in der Norm davon ausgegangen, dass der Elastizitätsmodul in einem separaten Versuch realisiert wird wegen der erforderlichen Messmittel und der geforderten Prüfparameter.

Das Verfahren B – Prüfgeschwindigkeit basierend auf Spannungsgeschwindigkeit – wurde in der zweiten Ausgabe der DIN EN ISO 6892-1 dahingehend überarbeitet, dass eine bessere und klarere Verständlichkeit erreicht wird. Inhaltlich ist das Verfahren B nicht verändert worden, so dass sich auch hier für die Prüfpraxis keine Änderungen für die Prüflabore und Prüfinstitutionen ergeben.

Neuerungen auf einen Blick

Was hat sich geändert?

Die erste Ausgabe der DIN EN ISO 6892-1 von 2009 hatte der bestehenden Möglichkeit zur Einstellung der Prüfgeschwindigkeit eine neue Möglichkeit hinzugefügt: Die neue Möglichkeit besteht in der dehngeschwindigkeitsbasierten Einstellung der Prüfgeschwindigkeit und der Möglichkeit, auch das Extensometersignal – also die tatsächliche Dehnung der Probe – für die Regelung der Prüfgeschwindigkeit zu nutzen. Die Methode wurde als Dehngeschwindigkeitsregelung bezeichnet und mit Verfahren A benannt. Die bis dahin ausschließlich genormte und genutzte – und auch weiterhin erlaubte – Methode wurde als spannungsgeschwindigkeitsbasierte Methode (Verfahren B) bezeichnet und in ihrer Anwendung und Anwendbarkeit nicht geändert.

Die zweite Ausgabe der DIN EN ISO 6892-1 von 2017 verbessert die Beschreibungen und damit die Verständlichkeit von Verfahren A als auch die von Verfahren B. Für Verfahren A wird noch einmal hervorgehoben, dass es darauf ankommt, an den Kenngrößen aus dem Zugversuche insbesondere für Streck- und Dehngrenzen die Dehngeschwindigkeit (oder Dehnrate) in den normativ vorgegebenen Toleranzgrenzen zu halten. Dies kann sowohl mit dem Extensometersignal in einem geschlossenen Regelkreis realisiert werden („closed loop“) als auch mit einer konstanter Traversengeschwindigkeit, die so gewählt wird, dass die normativ vorgegebene Toleranzgrenze an den Kenngrößen erreicht und eingehalten wird („open loop“). Zur besseren Verständlichkeit und zur eindeutigen Benennung der zwei Regelarten bei Verfahren A wird in der neuen Ausgabe die „cloosed loop“ Methode mit Verfahren A1 und die „open loop“ Methode mit Verfahren A2 benannt.

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